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Unsere Zytogenetik
Bei der Chromosomenanalyse werden die Chromosomen, die Träger der Erbinformation,
im Mikroskop sichtbar gemacht und untersucht. Bei dieser Untersuchung wird der gesamte
Chromosomensatz des Menschen dargestellt. Dadurch können sowohl Abweichungen von
der normalen Chromosomenzahl (wie z.B. Trisomien) als auch grobe Veränderungen der
Chromosomenstruktur nachgewiesen werden. Chromosomale Aberrationen, d.h. licht-
mikroskopisch sichtbare Veränderungen, sind für 0,5 - 1 % aller angeborenen Fehlbildungen
verantwortlich. Die Dauer der Analyse kann aufgrund der unterschiedlichen Wachstumszeiten
bei Zellkulturen variieren.
Um den Chromosomensatz eines ungeborenen Kindes festzustellen, kann eine Chromo-
somenanalyse an Chorionzotten, Fruchtwasserzellen oder Nabelschnurblut durchgeführt
werden. Zur Entnahme der Zellen wird entweder eine Chrorionzottenbiopsie, eine Frucht-
wasserentnahme (Amniozentese) oder eine Blutentnahme aus der Nabelschnur
(Cordozentese)vorgenommen. Die Entscheidung, welches Verfahren durchgeführt werden
soll, richtet sich nach der jeweiligen individuellen Fragestellung und dem Schwanger-
schaftsalter.
Indikationen für eine pränatale Diagnostik:
Indikationen für eine Chromosomenanalyse aus Chorionzottenmaterial/Fruchtwasser:
Verdacht auf eine Chromosomenstörung | Erhöhtes Alter der Mutter | Vorheriges Kind
mit Chromosomenstörungen | Balancierte Chromosomentranslokationen bei einem
Elternteil | Auffälliger Ultraschallbefund | Auffälliges Ersttrimesterscreening | Auffälliger
Triple-Test.
Analysespektrum Zytogenetik
| Chromosomenanalyse |
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Dauer |
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Fruchtwasser
Schnelltest
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FISH
PCR |
7-10 Tage
5 Stunden
5 Stunden |
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Chorionzotten
Kurzzeitkultur
Langzeitkultur |
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1 Tag
7-10 Tage |
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Plazentamaterial
Kurzzeitkultur
Langzeitkultur |
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1 Tag
7-10 Tage |
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| Fetales Blut |
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2-3 Tage |
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| Abortgewebe |
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10-14 Tage |
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| Blut |
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5-7 Tage |
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Chromosomenanalyse
Chromosomenanalyse aus Blut
Durch die Lymphozytenkulturen können die meisten Chromosomenstörungen mit großer
Sicherheit ausgeschlossen werden.
Allerdings werden Strukturbesonderheiten der Chromosomen bei jeder Analyse nur im
Rahmen der angegebenen Bandenauflösung erkannt. Veränderungen, deren Größe unter-
halb der mikroskopischen Auflösung liegen können daher nicht diagnostiziert werden. Für
kleinere Veränderung außerhalb des lichtmikroskopischen bereiches bieten wir noch die
Microdeletions-Syndrom-Analyse an.
Die Kosten für eine Chromosomenanalyse übernehmen in aller Regel die Krankenkassen.
Indikationen: Körperliche und/oder geistige Entwicklungsverzögerung, Dysmorphiezeichen,
Fehlbildungen, Fehlgeburten, Totgeburten, Fertilitätsstörungen, bekannte Chromosomen-
störung in der Familie.
Benötigtes Material:
5-10 ml Blut in Lithium-Heparin Röhrchen.
Dauer der Untersuchung: ca. 10 Tage. Dringende Fälle: 3-5 Tage.
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Chromosomenanalyse aus Fibroblasten
Hautbiopsien können in unserer Praxis entnommen oder in sterilem Medium zugeschickt
werden. Das Medium für den Transport kann zugesandt werden.
Dauer der Untersuchung: ca. 14 Tage.
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Chromosomenanalysen aus Fruchtwasser
Die zytogenetische Fruchtwasseranalyse ist nach wie vor die meist verbreitete Untersuch-
ungsmethode für die Frauen und Paare, die einen sicheren Ausschluss von Trisomien und
anderen Chromosomenanomalien wünschen
Um den Patientinnen die Wartezeit zu erleichtern, bieten wir einen Schnelltest (FISH oder
PCR) an. Dieser ermöglicht innerhalb eines Arbeitstages einen verlässlichen numerischen
Befund für die Chromosomen 21, 18 und 13.
Zum weitestmöglichen Ausschluss von Neuralrohrdefekten ist die Bestimmung von
Alpha-1-Fetoprotein (AFP) und der neurospezifischen Acetylcholinesterase (AChE) aus
Fruchtwasser obligatorisch.
Fruchtwasser kann auch zur gezielten Suche nach familiär bekannten genetischen Er-
krankungen herangezogen werden. Da die Amnionzellen für eine DNA-Analyse zunächst
noch angezüchtet werden müssen, dauert die Bearbeitung jedoch länger als bei einer
DNA-Analyse aus Chorionzotten.
Die Kosten für eine Chromosomenanalyse übernehmen in aller Regel die Krankenkassen.
Indikationen für eine Chromosomenanalyse aus Chorionzottenmaterial/Fruchtwasser:
Verdacht auf eine Chromosomenstörung | Erhöhtes Alter der Mutter | Vorheriges Kind
mit Chromosomenstörungen | Balancierte Chromosomentranslokationen bei einem
Elternteil | Auffälliger Ultraschallbefund | Auffälliges Ersttrimesterscreening | Auffälliger
Triple-Test.
Fruchtwasserproben können ab Beginn der 14. Schwangerschaftswoche zur zytogene-
tischen Diagnostik eingesandt werden.
Benötigtes Material: ca. 15 ml Fruchtwasser in der Spritze belassen,
Raumtemperatur.
Probenanmeldung per fon | fax
(02408 984171 | 02408 984173)
Dauer der Untersuchung: ca. 8 Tage.
AFP-, AChE-Bestimmung aus Fruchtwasser
Diese Untersuchung wird in einem mit uns kooperierenden Labor durchgeführt.
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Chromosomenanalysen aus Chorionzotten
Eine Chorionzottenbiopsie kann schon ab der 10. Schwangerschaftswoche durchgeführt
werden. Sie gibt einen frühzeitigen sicheren Ausschluss von Chromosomenanomalien.
Besonders wichtig ist die rasche Abklärung eines auffälligen Befundes aus dem Erst-
trimester-Screening. Eine Direktpräparation zeigt schon bereits am nächsten Tag ein vor-
läufiges Ergebnis. Eine Langzeitkultur zeigt nach ca. 10 Tagen einen endgültigen Chromo-
somenbefund. Der frühe Untersuchungszeitpunkt und die schnelle Verfügbarkeit eines
ersten, vorläufigen Befundes sind die wesentlichen Vorteile der Chorionzottenbiopsie
gegenüber der Fruchtwasseruntersuchung.
Bei Bedarf kann auch aus Chorionzottenmaterial bei bekannten familiären Erkrankungen
eine gezielte DNA-Analyse durchgeführt werden. Jeder Punktion sollte eine humangene-
tische Beratung sowie eine sorgfältige Sonographie voraus gehen.
Die Kosten für eine Chromosomenanalyse übernehmen in aller Regel die Krankenkassen.
Indikationen für eine Chromosomenanalyse aus Chorionzottenmaterial/Fruchtwasser:
Verdacht auf eine Chromosomenstörung | Erhöhtes Alter der Mutter | Vorheriges Kind
mit Chromosomenstörungen | Balancierte Chromosomentranslokationen bei einem
Elternteil | Auffälliger Ultraschallbefund | Auffälliges Ersttrimesterscreening | Auffälliger
Triple-Test.
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Chromosomenanalysen aus Nabelschnurblut
Cordozentesen sind etwa ab der 18.-20. Schwangerschaftswoche möglich.
Benötigtes Material: 1-2ml fetales Blut im Lithium-Heparin Röhrchen.
Dauer der Untersuchung: 2-3 Tage.
Um eine mütterliche Kontamination auszuschließen, wird ein DNA-Test durchgeführt.
Dazu benötigen wir 5-10 ml EDTA-Blut der Mutter
.
Probenanmeldung per fon | fax (02408 984171 | 02408 984173)
Die Befundmitteilung erfolgt umgehend, auf Wunsch per Telefon und Fax.
Zytogenetische Untersuchungen/ Chromosomenanalysen
Postnatal aus: Blut oder Fibroblasten, z. B. Haut
Pränatal aus: Fruchtwasserzellen, Chorionzotten (CVS), Nabelschnurblut,
Abortmaterial
Die genetische Untersuchung von Fetalblut aus der Nabelschnur ist ab der 18. Schwan-
gerschaftswoche möglich. Sie kann notwendig sein, wenn z.B. bei einer Ultraschallunter-
suchung Auffälligkeiten festgestellt wurden oder um einen kontrollbedürftigen Chromo-
somenbefund abzuklären, der an Fruchtwasserzellen erhoben wurde.
Die Kosten für eine Chromosomenanalyse übernehmen in aller Regel die Krankenkassen.
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Pränataler Schnelltest
Im Rahmen einer pränatalen Untersuchung ist ein möglichst frühzeitig vorliegendes
Ergebnis von wesentlicher Bedeutung. Dabei sind die so genannten "pränatalen Schnell-
tests" an unkultivierten Fruchtwasserzellen im 2. Trimenon einer Schwangerschaft sehr
sichere Untersuchungsmethode. Über 99% aller durchgeführten Untersuchungen liefern
ein eindeutig interpretierbares Ergebnis. Dieser Test dient dem Nachweis bzw. Aus-
schluss der häufigsten autosomalen Trisomien und möglicher numerischer gonosomaler
Aberrationen.
Hierfür bieten wir Ihnen zwei verschiedene Techniken an. Zum einen die Fluoreszenz-
in-situ-Hybridisierung (FISH) und zum anderen die Polymerasekettenreaktion (PCR).
Des Weiteren bieten wir den "pränatalen Schnelltest" auch für Nabelschnurblut an. Zum
Ausschluss bzw. Nachweis einer mütterlichen Kontamination des Untersuchungsma-
terials wird ein Kontaminationsausschluß durchgeführt. Dazu brauchen wir EDTA Blut
der Mutter.
Mit beiden vorgeburtlichen Schnelltests (PCR-Schnelltest und FISH-Schnelltest) können
etwa 85% aller klinisch relevanten Chromosomenstörungen festgestellt werden, wobei
die häufigsten die Trisomie 21 (=Down-Syndrom), die Trisomie 18 (=Edwards-Syndrom),
die Trisomie 13 (=Pätau-Syndrom) sowie zahlenmäßige Veränderungen der Geschlechts-
chromosomen sind. Bei Mosaiken ist die diagnostische Aussagekraft des Tests einge-
schränkt. Zellmosaike der analysierten Chromosomen können in der Regel nur im FISH-
basierenden Test erfasst werden. Eine Aussage über alle anderen Chromosomen sowie
über Veränderungen in der Struktur der Chromosomen ist mit beiden Schnelltests nicht
möglich. Deshalb muss für die endgültige Beurteilung das Ergebnis der Chromosomen-
analyse aus den Fruchtwasserzellen abgewartet werden.
Indikationen für eine Chromosomenanalyse aus Chorionzottenmaterial/Fruchtwasser:
Verdacht auf eine Chromosomenstörung | Erhöhtes Alter der Mutter | Vorheriges Kind
mit Chromosomenstörungen | Balancierte Chromosomentranslokationen bei einem
Elternteil | Auffälliger Ultraschallbefund | Auffälliges Ersttrimesterscreening | Auffälliger
Triple-Test.
Material: 2-3 ml der Fruchtwasserprobe; 1-2 ml der Nabelschnurblutprobe
Dauer: 5 Stunden nach Eingang der Probe im Labor
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Mikrodeletionssyndrome
Mikrodeletionssyndrome sind genetische Erkrankungen, die durch einen minimalen
DNA-Stückverlust auf einem Chromosom entstehen. Im Rahmen der konventionellen
Chromosomenanalyse werden diese Fehlbildungretardierungssyndrome auf Grund
ihrer geringen Größe nicht erfasst. Bei der routinemäßigen Chromosomenanalyse wird
mit lichtmikroskopisch interpretierbarer Bänderung eine Auflösung von bis zu 550 Banden
pro haploidem Chromosomensatz angestrebt. Das entspricht einer Auflösungsgrenze
von ca. 5-7 Mb.
Bei Mikrodeletionen beträgt die Deletionsgröße 1-5 Mb, die lichtmikroskopisch meist nicht
mehr darstellbar sind.
Bei der Mikrodeletionsdignostik mit FISH werden DNA-Abschnitte von 50-500 kb als Sonden
eingesetzt,um chromosomale Regionen klinisch auffälliger Patienten zu diagnostizieren.
Das Auftreten von Mikrodeletionssyndromen ist sporadisch und betrifft beide Geschlechter
gleichermaßen.
Das Wiederholungsrisiko beträgt bei einem Normalbefund der Eltern wegen eines
Keimzellenmosaiks ca. 1 %. Durch die Einführung der High-Resolution-Techniken und der
Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) können Mikrodeletionen nachgewiesen werden.
Patienten mit Mikrodeletionssyndromen sind phänotypisch auffällig, so dass in den meisten
Fällen
eine klinische Verdachtsdiagnose (z.B. Verdacht auf Cri-du-chat-Syndrom) besteht.
Mikrodeletionssyndrome sind oft sehr variabel in ihrer Ausprägung und Häufigkeit.
Viele Mikrodeletionssyndrome werden auch als Contiguous-Gen-Syndrome bezeichnet, da
die Symptome durch den Verlust mehrerer im Deletionsbereich liegender Gene verursacht
wird. Im nachfolgenden Beitrag werden wichtige Mikrodeletionssyndrome dargestellt.
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Mikrodeletions- und Mikroduplikations-Syndrome
Phänotyp:
Schwere Geistige Retardierung, ataktische Bewegungen, unmotivierte Lachanfälle,
Mikrobrachycephalie, Epilepsie mit charakteristischen EEG-Auffäligkeiten, Minderwuchs,Gesichtsdysmorphie mit Makrostomie, Progenie und Mittelgesichtshypoplasie.
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH mit 15q11-q13 Sonde, Methylierungsmuster
(Methylierungsspezifische PCR), Molekulargenetische Analyse auf Mutationen im UBE3A Gen
(10 Exons),
UPD 15
Häufigkeit:
1:15 000 -1:20 000
Prozentsatz mit nachweisbarer Deletion:
70-75% als Deletion oder Mikrodeletion,
7% als paternaler Disomie,
0,5% als fehlerhaften Imprinting,
11% UBE3A Gens Mutationen,
10% Unklare Ursache
Phänotyp:
Leichte mentale Retardierung, anfangs Gedeihstörung, später Adipositas, Minderwuchs,
Muskelhypotonie, Hypogonadismus, Hypopigmentierung, Gesichtsdysmorphie
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH mit 15q11-q13 Sonde, Methylierungsmuster
(Methylierungspezifische PCR), UPD 15
Häufigkeit:
1:10 000
Prozentsatz mit nachweisbarer Deletion:
70-75% als Deletion oder Mikrodeletion,
30% als maternaler Disomie,
1% als fehlerhaften Imprinting,
<15 Balancierte Translokation
Phänotyp:
Psychomotorische Retardierung, typische Fazies. Hypertelorismus mit kurzen Lidspalten und
Epikanthus, breite, kurze Nase mit langer Nasenrücken, schmales Philtrum, kleiner gespitzter Mund, Mikroretrogenie, tiefsitzende dysmorphe Ohren, Konotrunkale Herzfehler, Thymusaplasie,
Hypokalzämie.
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse, FISH mit 22q11.2 Sonde (Untersuchung auch bei Eltern)
Häufigkeit:
1:5 000
Prozentsatz mit nachweisbarer Deletion:
90%
Phenotyp:
Leichte Lernprobleme, aber auch gravierendere mentale Entwicklungsstörungen, auffällige Verhaltensweisen (extreme Schüchternheit und Zurückhaltung)
Schmale Lidspalten, Prominente Nase mit breiter Nasenwurzel und hypoplastischen Nasenflügeln, Retrognathie, Ohranomalien (abstehende Ohren), lange, schmale Finger und Hände mit Gelenküberstreckbarkeit
Gaumenspalte oder hoher Gaumen mit gespaltener Uvula Velopharyngeale Insuffizienz mit nasaler
Sprache, Herzfehler (vor allem conotrunkale Fehlbildungen)
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse, FISH mit 22q11.2 Sonde
Häufigkeit:
1:5 000
Prozentsatz mit nachweisbarer Deletion:
90%
Phänotyp:
Kognitive Einschränkung, an äußeren Merkmalen hoch sitzende Augenbraunen, ein weiter
Augenabstand, leichte Mikro-/Retrognathie,kleinere Ohrmuscheldysplasie
Untersuchungsmethoden:
FISH an Interphase-Zellnkernen zeigt drei distinkte Signale für die 22q11.2 Sonde
Phänotyp:
Colobome, milde mentale Retardierung, Hyperttelorismus, tiefsitzende dysplastische Ohren,
Mikrognathie, Epikanthus medialis, Fehlbildungen im Urogenitalbereich, Skeletauffälligkeiten
(Rippen, Synostosen), Herzfehler (30%)
Untersuchungsmethoden:
Markerchromosom22 auch in Mosaik zustand (Bruchpunkt 22q11)(mit oder ohne Beteiligung von DiGeorge Region)
Chromosomenanalyse und FISH mit 22q11Sonde
Phänotyp:
Schwere Muskelhypotonie, Entwicklungsverzögerung, schwere Spracheentwicklungsretardierung, Verhaltensauffälligkeiten (Autismus), kleine dysmorphiezeichen (dysplastische Ohren, große
Hände)
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH mit 22q13.3 Sonde, Sonde für Mikrodeletion 22q11.2 (Kontrolregion)
Phänotyp:
Schwere Psychomotorische Entwicklungsverzögerung und Mentale Retardierung, Minderwuchs,
Herzfehler, Gaumenspalte, Syndaktylie, katzenartiges Schreien im Säuglingsalter, Hypertelorismus,
kleines Kinn
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH mit 5p13 5p15.2-15.3 Sonden
Häufigkeit:
1:50 000
Prozentsatz mit nachweisbarer Deletion:
85% als Deletion oder Mikrodeletion (10-45 Mb)
(90% Terminal und 10% Interstitiell)
10% von balancierten Translokation bei Elter
Phänotyp:
Lissenzephalie, schwere Psychomotorische Retardierung, Muskelhyper/hypotonie, Krampanfäle
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH mit 17p13.3 Sonde
Häufigkeit:
1:20 000
Prozentsatz mit nachweisbarer Deletion:
90%
Phänotyp:
Kraniofaziale Anomalien, Brachyzephalie, Brachydaktylie, Augenveränderungen,
Verhaltensstörungen mit Selbstverletzungen, Schlafstörungen, Epilepsie (EEG-Auffäligkeiten), Sprachstörungen, mäßige bis schwere mentale Retardierung
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH mit 17p11.2 Sonde
Häufigkeit:
1:25 000
Prozentsatz mit nachweisbarer Deletion:
100%
Phänotyp:
Mentale Retardierung, Neurofibrome, Cafe-au-lait-Flocken, Lisch-Knötchen der Iris
(Dysmorphiezeichen nur bei Mikrodeletion)
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH mit 17q11.2 Sonde
Häufigkeit:
1:3 000
Prozentsatz mit nachweisbarer Deletion:
5-10%
Phänotyp:
Mentale und Motorische Retardierung, schwere Hypotonie, niedriges Geburtsgewicht, langes
hypotones Gesicht, große tiefsitzende Ohren, breites Kinn
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH mit 17q21-31 Sonde
Phänotyp:
breiter Daumen, breite 1. Zehe, faziale Dysmorphien,prominente Nase mit tiefer Columella , Kleinwuchs,
mentale Retardierung, Mikrozephalie, Großzehen, psychomotorische Entwicklungshemmung,
Hypertonie bzw. Hypotonie der Muskulatur
Definition:
autosomal-dominante Neumutation
Locus:
16p13.3
Häufigkeit:
unter geistig behinderten bis 1: 500 und höher
Phänotyp:
Kryptorchismus, Hypospadie, Mikrozephalie, kraniale Asymmetrie, Lippen-Kiefergaumen-Spalte,
Hämangiomata der Stirn, breite gebogene Nase, kurzes Philtrum, häufig „Karpfenmund“,
Kopfhautdefekte, schwere mentale Retardierung, Muskelhypotonie,
Locus:
4p16.3
Häufigkeit:
1: 50 000
Phänotyp:
Mikrocephalie und Brachycephalie, Hypotonie, mentale Retardierung, Wachstumsretardierung, häufig Epilepsie und Herzfehler, Nierenfehlbildung und Genitalfehlbildung, kleine Füße und Hände,
tiefsitzende Ohren, flache, breite Nasenwurzel, gerade Augenbraunen, spitzes Kinn
Untersuchungsmethoden:
Deletion und Mikrodeletion (1,5-10 Mb)
(70% Terminal und 7% Interstitiell)
Interstitielle Deletionen mit Array-CGH Untersucht
Chromosomenanalyse und FISH mit Subtelomerregion und Bruchpunkteregion 1p36.12 und 1p36.33 Sonden
Häufigkeit:
1:5 000
Phänotyp:
Leichte bis mäßige mentale Retardierung, Ataxie, Mikrozephalie, Autismus, Nierenfehlbildung, Pigmentierungsstörung, langes, schmales Gesicht
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH 3q29 Sonde
Häufigkeit:
Keine Angaben
Phänotyp:
Psychomotorische Retardierung, Minderwuchs, Muskelhypotonie, Mikrozephalie, breite Stirn,
kurze Lidspalte, dicke Lippe, Strabismus, rauhe Stimme, hypoplastisch Zähne
Locus:
7p11.23
Häufigkeit:
1:10 000
Phänotyp:
Die beim WBS typischen Symptome wie cardiovaskuläre Auffälligkeiten, faziale Dysmorphien sowie
das typische heitere Wesen liegen hier nicht vor. Wichtige Merkmale sind Entwicklungsauffälligkeiten,
Sprachentwicklungsverzögerung, Entwicklungsretardierung, milde Wachstumsretardierung, Autismus
Hyperäktivität, Hyperphagie, Retrognathie, hoher Gaumen, breite Nase, Zahnfehlstellungen,
Dolichocephalie
Locus:
7q11.23
Häufigkeit:
1:10 000 bis 1:20 000
Phänotyp:
Schwere Hypotonie, Mikrozephale, Herzfehler (Septumdefekte), flaches Gesicht, Hypertelorismus, kurze Nase, offen stehender Mund, evertierte Unterlippe
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH 9q34.3 Sonde
Phänotyp:
Hautkrankheit mit massiven Hautschuppung
Untersuchungsmethoden:
Chromosomenanalyse und FISH mit Xp22.31 Sonde
Häufigkeit:
1:2 000 bis 1:6 000
Phänotyp:
Eunuchoidaler Habitus mit abnorm großer Armspannweite, An- oder Hyposmie, Fehlen des Bulbus
und des Tractus olfactorius, mentale Retardierung bei großen Deletionen, Knaben können ab Geburt durch
Kryptorchismus und Mikropenis auffallen
Definition:
Genetisch bedingte neuronale Migrationsstörung, Heterogenie
Locus:
Xp22.3
Häufigkeit:
1:10 000
Phänotyp:
Wilms-Tumor,bilaterale Aniridie (wenn benachbartes Gen PAX 6 in die Deletion einbezogen ist),
urogenitale Malformationen (Kryptorchismus bis zwitterartige äußere Genetalien), geistige
Retardierung
Definition:
Autosomal dominante Erkrankung, die auf einer Deletion oder einer anderen den gesamten WT 1
Transkriptionsfaktor zerstörender Mutation beruht.
Locus:
11p13
Häufigkeit:
1: 50 000
Phänotyp:
beschleunigtes Körperwachstum (auch bekannt als „cerebraler Gigantismus“) , fortgeschrittenes Knochenalter, Makrocephalus, lange Gesichtsgestalt, Hypertelorismus, breite und hohe Stirn, hoher Haaransatz, spitzes Kinn, deutliche Verlangsamung der motorischen, kognitiven und sprachlichen Entwicklung
Definition:
autosomal domiante Erkrankung
Untersuchungsmethoden:
Mutation im NSD1-Gen, Mutationssuche, genomische DNA wird isoliert und alle 23 Exons des NSD1-Gens
amplifiziert, Mutationssuche durch direkte DNA-Sequenzierung
Deletionsdiagnostik: Chromosomen werden präpariert und mit NSD1-Exon spezifischen, fluoreszenz-
markierten Sonden (FISH) aus der Region ausgewertet
Locus:
5q35
Häufigkeit:
1:10 000
Phänotyp:
mentale Retardierung, faziale Hypertrichosis, langes Philtrum, schmale Lippen, abwärts gerichtete
Mundwinkel, breiter Nasenrücken, Microcephalie, Synophrys, Mikrognathie, Minderwuchs,
schlechtes Gedeihen ,Extremitätenanomalien, autistisches Verhaltensprofil
Definition:
autosomaler Erbgang
Locus:
3q26.1
Häufigkeit:
1:10 000
Pänotyp:
Hypoglykämie, Tumorbildung, Exomphalos, Makroglossie,gesteigertes Wachstum, rundes bis ovales
Gesicht, prominente Wangen, dicke Oberlider, hervortretende Nasolabialfalten, Naevus flammeus
Im Stirn- und Nasenbereich
Locus:
11p15.5
Häufigkeit:
1:15 000
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FISH-Diagnostik
In diesem Test lagern sich DNA-Sonden direkt an spezifische Regionen der zuvor genannten
Chromosomen in Interphasekernen nativer kindlicher Zellen an (Hybridisierung). Der
Nachweis (Detektion) der gebundenen DNA-Sonde erfolgt durch einen gekoppelten Fluo-
reszenzfarbstoff, welcher nach entsprechender Anregung im Fluoreszenzmikroskop als
fluoreszierender Punkt (einem sogenannten Signal) sichtbar wird. Hohe diagnostische
Sicherheit, schnelle Verfügbarkeit eines vorläufigen Befundes für die häufigsten numerischen Chromsomenaberrationen sind die Vorteile eines Schnelltestes (FISH). Die Anzahl aller
anderen, wesentlich selteneren numerischen Chromosomenaberrationen wird in der
Karyotypisierung der Langzeitkultur ermittelt, im Rahmen derer auch die strukturelle Analyse
der Chromosomen erfolgt.
Der FISH-Schnelltest erfolgt daher nur in Verbindung mit der Chromosomenanalyse aus der Fruchtwasserzellkultur.
Z.Zt. wird der Schnelltest nur in Ausnahmefällen von den Krankenkassen übernommen.
In der Regel müssen die Patientinnen aber die Kosten in Höhe von 130 Euro selber tragen.
Material: 2-3 ml Fruchtwasser
Abb.: Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FISH) an einem Fruchtwasserzellkern mit drei
roten Signalen für das Chromosom 21 (=Trisomie21) und zwei normalen grünen Signalen
für das Chromosom 13. nach oben
Subtelomer Diagnostik
Indikationen
Die folgenden Voraussetzungen sollten bei Patienten für eine Subtelomeranalyse erfüllt sein:
Moderate bis schwere mentale Retardierung (IQ < 70) und wenigstens zwei
der folgenden Kriterien:
1. Positive Familienvorgeschichte für mentale Retardierung
2. Pränatale oder postnatale Wachstumsretardierung
3. Postnatale Wachstums-Störungen (z. B. Mikro- oder Makrozephalus)
4. Faziale Dysmorphien (z. B. Hypertelorismus, Nasen- oder Ohrenanomalien)
5. Kongenitale Anomalien (z. B. Hand- oder Herzanomalien, Hypospadie oder Kryptorchismus)
6. Verhaltensauffälligkeiten (Hyperaktivität, Aggression)
7. Krampfanfälle
Falls Ihre Patienten o. g. Kriterien erfüllen, können Sie uns 5 - 10 ml Heparin-Blut mit dem
Auftrag “Subtelomeranalyse” zuschicken. Entsprechende Heparin-Röhrchen können
Ihnen zugesandt werden.
Auf Anfrage bekommen Sie von uns einen Erhebungsbogen zugeschickt oder Sie können
sich das Formular hier downloaden
Chromosomentelomere sind DNA-Proteinkomplexe, die eine wichtige biologische Rolle
innehaben und sich am Ende der Chromosomen befinden. Jedes Telomer besitzt 3 - 20
Kb repetitive DNA-Sequenzen.
Veränderungen und Imbalancen in Subtelomerregionen, wie z. B. Mikrodeletionen oder
Mikroduplikationen, sind nicht zu erkennen mit konventionellen zytogenetischen Methoden
(Bandenniveau 400 - 550), sind aber in 8 - 10% der Fälle Ursache für eine mentale Retardie-
rung mit dysmorpher Symptomatik.
Unter Verwendung von Subtelomer-FISH-Proben konnte man also bei 8 - 10 % der Patienten
mit mentaler Retardierung, Entwicklungsverzögerungen und angeborenen Störungen mit
unbekannter Äthiologie eine Veränderung feststellen. Dies bedeutet, dass die Anomalien der
Subtelomerregionen die zweithäufigste Ursache für mentale Retardierungen nach dem
Down-Syndrom sind. Bei der Subtelomerdiagnostik werdenalle Chromosomenbereiche
auf das Vorhandensein einer partiellen Monosomie oder Trisomie untersucht.Die Subtelomer-
diagnostik kann einerseits für die Abklärung einer Erkrankung bei einem Patienten wichtig
sein, andererseits aber auch für die weitere Familienplanung von Eltern und auch weiterer
Verwandter.
Die humangenetischen Leistungen belasten ihr Budget nicht, da sie nicht dem Kapitel 0
(Labor), sondern dem Kapitel P angehören.
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